Dienstag, 13. November 2018
TÄNZE

Discofox

Entstehung
Der Discofox ging aus dem Foxtrott hervor, als um 1973 frei improvisierende Discotänzer zur Tanzhaltung zurückkehrten und den klassischen Foxtrott um Elemente aus Swing, Boogie-Woogie und Two-Step bereicherten. Dabei entstand in den USA der Hustle (auch Hussle), in Europa der Discofox, der 1979 in das Welttanzprogramm aufgenommen wurde. Erste Turniere wurden Ende der 1980er Jahre in der Schweiz ausgetragen; dabei manifestierte sich die Bezeichnung Disco Swing, als mehr und mehr Elemente aus anderen Tänzen wie Rock ’n’ Roll, Boogie Woogie, Swing, Mambo, Salsa und Cha-Cha-Cha in den Discofox integriert wurden. 1992 fand die erste Discofox-Weltmeisterschaft in Basel statt, organisiert wurde sie von der International Dance Organization. Erst acht Jahre später folgte die zweite Weltmeisterschaft in Miami, seitdem jedoch werden Europa- und Weltmeisterschaften jährlich durchgeführt.

Technik
Der Discofox ist eine Fusion vieler verschiedener Elemente aus anderen Tänzen, weshalb er keine eigenen technischen Elemente entwickelt sondern aus denen anderer Tänze besteht. So kombiniert er die aus dem Foxtrott abgeleiteten Schrittmuster mit der klassischen Tanzhaltung, der Improvisationsfreiheit des Swing, den Drehtechniken der lateinamerikanischen Tänze, den Wickelfiguren der Salsa und den akrobatischen Figuren des Rock ’n’ Roll und Boogie Woogie.

Rhythmus und Musik
Der Discofox basiert auf dem 4/4-Takt, wobei jedoch der Takt nicht als ganzes, sondern die Beats (engl. Taktschläge) einzeln gezählt werden. Im Discofox und dem eng verwandten amerikanischen Three Count Hustle umfasst ein Grundschritt drei Schläge, in anderen Stilrichtungen wie z. B. dem New York Hustle vier Schläge. Während im klassischen Discofox ein 3er-Schritt verwendet wird, d.h. auf drei Schläge fallen auch drei Schritte, wird im Three Count Hustle und dem Discofox nach Vorbild des Hustle ein 4er-Schritt verwendet, d. h. auf drei Schläge fallen vier Schritte:

Grundschritt
Der Grundschritt des Disco-Fox besteht aus drei Schritten, die in gleichmäßigem (schnellem) Tempo gesetzt werden. Dieser Dreier-Rhythmus wird den ganzen Tanz hindurch konsequent durchgezogen. Variation wird nicht durch komplizierte Schritte, sondern durch schnelle Drehungen und das >>Ineinander-Verwickeln<< geschaffen.

Der Herr steht auf dem rechten Fuß und beginnt mit links, die Dame steht auf links und beginnt mit rechts.

Herrenschritte:
1. Der Herr setzt den linken Fuß nach vorn.
2. Dann setzt er den rechten Fuß vor den linken Fuß.
3. Nun setzt er seinen Tip ran mit dem linken Fuß und schließt den Grundschritt.

Damenschritte:
1. Die Dame setzt den rechten Fuß nach hinten.
2. Dann setzt sie den linken Fuß hinter den rechten Fuß.
3. Nun setzt sie ihren Tip ran mit dem rechten Fuß und schließt den Grundschritt.

Der Grundschritt beginnt von Neuem.
Dame mit rechten Fuß nach vorn, Herr mit linken Fuß zurück.

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Salsa

Was ist Salsa? - Entstehung und Erläuterungen
Salsa, zu deutsch: "Soße", ist ein afroamerikanischer Musik- und Tanzstil - ein Sammelbegriff für afrokubanische Rhythmen die Mitte der 60er Jahre entstanden sind.

Die Musik selbst oder die Rhythmen sind aus vielen schon vorhandenen lateinamerikanischen Rhythmen hervorgegangen - unter anderem aus dem Mambo. Diese Entwicklung ist den in den vielen Staaten lebenden Latinos, insbesondere aus dem kubanischen Raum (Kuba, Puerto Rico, Kolumbien, Venezuela usw.) zu verdanken. Sie kombinierten die Klänge und Tänze ihrer Heimatländer und ließen so, mit weiteren Elementen angereichert, eine äußerst würzige ´Soße´ entstehen.

Salsa wird im 4/4 Takt getanzt und ist heute sehr vielfältig. Sie ist eine sehr lebendige Musikrichtung, die sich ständig weiterentwickelt. Wer sich nur auf eine Richtung fixiert, weis vielleicht garnicht, was ihm entgeht. Salsa ist eine Leidenschaft, ein Lebensgefühl, Salsa lässt Alltag und Stress vergessen. Letztendlich ist Salsa etwas, was man nicht verstehen, sondern fühlen muss.

Begriff Salsa wurde oft als Spruch zum Anfeuern der Tänzer benutzt.

Salsa war ursprünglich eine sozial und politisch sehr engagierte Musik. Die heutigen Salsa-Hits sind jedoch fast ausschließlich von Herzschmerz und ähnlichen Themen bestimmt. In den Anfangsjahren waren dies vor allem, die die Bewohner der Barrios (Armenviertel) in ganz Lateinamerika bewegten: Soziale Ungerechtigkeiten, Diskriminierung, finazielle Not und Trostlosigkeit.

Heute wird Salsa auf der ganzen Welt nicht nur getanzt sondern auch "gemacht". Der größte Teil der Salsa-Produktionen kommt heute aus New York, Miami und Lateinamerika.

Die Tänzer in der Salsa werden als Salsero/-as bezeichnet.

Tanz-Stile der Salsa
Zum einen die kubanisch beeinflusste Salsa (Salsa Cubana, Casino, Rueda de Casino). Hierbei tanzen die Paare umeinander herum, es wird eher im Kreis getanzt, keine strikte Tanzrichtung. Im kubanischen Stil ist die Frau manchmal nur ´Anhängsel` des Mannes, der sich selbst produziert und teilweise keinen (Blick-) Kontaktzur Frau mehr hält, sondern diese lässig um sich herum dreht. Eine besondere Art der Salsa Cubana ist die "Rueda de Casino", d.h. Salas Cubana wird synchron von mehreren Paaren im Kreis getanzt.

Zum anderen die Welt der nordamerikanisch beeinflussten Salsa (Salsa New York Style, Salsa puertoriquena, Salsa Puerto Rico Style, Salsa L.A. Style, Mambo und den Mambo Tipico). L.A. und N.Y.: Beide Stile sind gekennzeichnet durch Vor- und Zurückgehen im Grundschritt (Tanzen auf der "Linie"). Das - verbunden mit dem CBL (´Cross Body Lead´- Platztausch) - ist eines der wichtigsten Merkmale und Grundelement in diesen Stilen. Gravierender im Unterschied zu anderen Salsa-Tanz-Stilen ist hier die Philosophie: Der Mann ist dazu da, die Frau zu präsentieren, d.h. er selbst hält sich charmant zurück und gibt der Frau genügend Gelegenheit, Platz und Spielraum für eigene Figuren, Drehungen, Dips usw. - der Mann tanzt dezent - die Frau zieht die Blicke auf sich.

(bei uns angewendete)
New York (N.Y.): Er wird auf Linie und hauptsächlich (im originalen New York Style)auf 2 getanzt. Es gibt ihn aber auch auf 1. Manche Tänzer sagen zu der ´2´ auch: Auf ´Clave´ tanzen. Weiterhin legt man im New York Style großen Wert auf "Footwork" (´Solo-Schrittkombinationen´) - manchmal auch Shines genannt.

Las Vegas (L.V.): ist New York Style auf 1 mit Fall und anderen akrobatischen Figuren zu meist schneller Musik. Er wird gerne in Shows getanzt.


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Zumba

Zumba ist ein von lateinamerikanischen Tänzen inspiriertes, vom Tänzer und Choreografen Alberto "Beto" Perez im Kolumbien der 1990er kreiertes Tanz-Fitness-Programm.

Es beinhaltet Tanz- und Aerobicelemente. Untypischerweise für Tanzkurse arbeitet Zumba nicht mit dem Zählen von Takten, sondern dem Folgen der Musik, mit sich wiederholenden Bewegungen. Die Zumba-Choreografie verbindet Hip-Hop, Samba, Salsa, Merengue, Mambo, Martial Arts und einige Bollywood- und Bauchtanzbewegungen. Klassische Groupfitness-Elemente wie die Kniebeuge und der Ausfallschritt werden auch durchgeführt.

Die Zumba-Übungen beinhalten Musik mit schnellen und langsamen Rhythmen sowie Ausdauertraining für Fitness und Gewichtsreduktion.[1] Die Musik kommt aus den folgenden Stilen: Cumbia, Salsa, Merengue, Mambo, Flamenco, Chachacha, Reggaeton, Soca, Samba, Bauchtanz, Bhangra, Hip hop, Axé und Tango. Die durchschnittlich verbrannten Joule (Kalorien) liegen zwischen 120 kcal (500 kJ) und 240 kcal (1000 kJ) – abhängig vom Körpergewicht, Intensität, körperlicher Konstitution und dem Fitness-Zustand.

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Cha-Cha-Cha

Der Cha-Cha-Cha ist ein moderner, paarweise getanzter Gesellschaftstanz kubanischen Ursprungs.
Der Cha-Cha-Cha in seiner weltweit verbreiteten westlichen Variante gehört zu den lateinamerikanischen Tänzen des Tanzsports und wird als Bestandteil des Welttanzprogramms in Tanzschulen unterrichtet. Die ursprüngliche kubanische Form des Cha-Cha-Cha unterscheidet sich in Technik und Figurenrepertoire stark vom heutigen Turniertanz und ist in der spanischen Schreibweise Cha-cha-chá in der modernen Salsa-Szene anzutreffen.

Entstehung
Die Geschichte des Cha-Cha-Cha wurde nur mündlich überliefert und wird leicht unterschiedlich wiedergegeben. Der Rhythmus des Cha-Cha-Cha wurde zwischen 1948 und 1951 von Enrique Jorrín erfunden, einem kubanischen Komponisten und Violinisten, der damals das kubanische Orchester Orquesta América leitete. Jorrín variierte in seinen Kompositionen seit 1948 beständig den kubanischen Tanzrhythmus Danzón: Unter anderem reduzierte er die für die kubanische Musik typische Synkopierung und fügte dem ursprünglich rein instrumentalen Musikstil rhythmische Gesangseinlagen hinzu.

1951 führte Jorrín den Cha-Cha-Cha-Rhythmus unter dem von ihm gewählten Namen neodanzón (span. „neuer Danzón“) auf den kubanischen Tanzflächen ein. 1953 nahm Jorrín die Hits La Engañadora und Silver Star auf. Der neue Rhythmus kam beim Publikum sehr gut an und inspirierte die Tänzer zu einem Tanzschritt, der den Grundschritt des Mambo um einen schnellen Wechselschritt ergänzt. Dieser schnelle Wechselschritt verursachte laut Jorrín ein scharrendes Geräusch, das für ihn wie cha cha chá klang, und das er als rhythmische Gesangseinlage in einige seiner Lieder einbaute. Dieses Geräusch und die daraus resultierende rhythmische Zählweise 2 3 cha-cha-cha waren letztendlich namensgebend für den Tanz.

Der Cha-Cha-Cha verbreitete sich sehr schnell über die kubanische Grenze hinweg nach Mexiko und in die Vereinigten Staaten. In den Vereinigten Staaten avancierte der Cha-Cha-Cha über Nacht zum Modetanz des Jahres 1955, gestützt durch die legendären Mambo- und Cha-Cha-Cha-Orchester des Tanzsalons Palladium in New York City. Möglicherweise lag der große Erfolg des Cha-Cha-Cha im Entfernen der Synkopierung begründet, denn diese rhythmische Besonderheit erschwert westlichen Hörern das Tanzen und gilt als Mitursache für den schnellen Niedergang des Mambo.

1955 hielt der Cha-Cha-Cha Einzug in Deutschland. Der Tanz war dem Allgemeinen Deutschen Tanzlehrerverband willkommen, um die deutsche Jugend von der Swing-und Rock 'n' Roll-Bewegung abzulenken und zurück in die Tanzschulen zu locken.

Der Tanz erfuhr sehr früh technische Anpassungen an die Rumba. 1962 wurde er offiziell zu den Turniertänzen hinzugenommen und wies bereits damals die Grundform der heutigen Turniervariante auf. Einen großen Beitrag zur technischen Entwicklung lieferte Walter Laird, der mit seiner Tanzpartnerin Lorraine Reynolds in den Jahren 1962, 1963 und 1964 Latein-Weltmeister wurde und mehrere Tanzbücher verfasste. 1963 wurde der Cha-Cha-Cha als lateinamerikanischer Tanz in das Welttanzprogramm aufgenommen und gehört seither weltweit zum Grundstock allgemeiner Tanzschulen.

Charakteristik
Cha-Cha-Cha-Musik ist heiter und unbeschwert. Der Tanz ist ein amüsanter und koketter Flirt zwischen den Tanzpartnern, die in frechen offenen und geschlossenen Figuren miteinander spielen. Er ist vorwitziger als die verträumt-erotische Rumba, aber weniger aufreizend als die überschäumende Samba. Die kubanische Variante ist ingesamt ruhiger und weicher.

Rhythmus und Musik
Der Cha-Cha-Cha wird im 4/4-Takt notiert, hat die Hauptbetonung auf dem ersten Taktschlag und wird für gewöhnlich in einem moderaten Tempo von 30 bis 34 Takten pro Minute gespielt und getanzt. Zur nachhaltigen Beliebtheit des Cha-Cha-Cha trug auch bei, dass er problemlos mit dem 4/4-Taktschema der westlichen Musik vereinbar ist. So wird Cha-Cha-Cha in Tanzschulen heute auf aktuelle Chart-Hits der Popmusik und des Latin Rock gelehrt.

Tanztechnik
Cha-Cha-Cha ist ein sogenannter stationärer Tanz. Das heißt das sowohl in Grundschritt und Tanzfiguren die Schrittgröße und die Intensität der die Schritte einletenden Hüftbewegungen korrelieren, was bei Betrachtung von Anfängern fälschlicherweise den Eindruck erwecken kann, man würde sich kaum bewegen. Der bekannteste Grundschritt des Cha-Cha-Cha besteht aus einem Vorwärts- und einem Rückwärtsteil („Check-Schritt“), die auf die Taktschäge „2“ und „3“ ausgeführt werden sowie einem Chasses auf „4 und 1“. Dieser Grundschritt wird von Dame und Herr spiegelverkehrt getanzt, wie auch die Grunschrittalternative mit Schließen und Gewichtswechsel an Stelle der Check-Schritte oder der Verwandlung des Chasses in einen Vorwärts-/Rückwärts-Lockstep oder auch den Grundschritt in Guapacha Timing (ähnelt dem Whisk in Samba). Charakteristisch für den Cha-Cha-Cha ist dabei immer das Chassé auf „4 und 1“.

Der ursprüngliche kubanische Cha-Cha-Cha und die moderne Turniervariante unterscheiden sich in allen weiteren Punkten so sehr, dass sie im folgenden getrennt dargestellt werden.

Kubanische Variante
Die ursprüngliche Form des Cha-Cha-Cha ist dem Mambo sehr ähnlich und heute nur noch beim Freizeittanz in der Salsa-Szene anzutreffen. Der kubanische Cha-Cha-Cha wird klein und „erdig“ getanzt, das heißt die Schritte werden stets auf dem ganzen Fuß angesetzt und die Füße kaum vom Boden gehoben. Beim Chassé schleifen die Füße über das Parkett als wollte der Tänzer ein Blatt Papier über den Boden schieben. Die Hüftbewegung beim Chassé entsteht dadurch, dass die Schritte mit gebeugtem Knie angesetzt werden, wodurch sich die Hüfte wechselseitig absenkt.
Der Grundschritt zeichnet sich durch eine leichte Vorwärts-Rückwärts-Bewegung aus:

Schlag ZählweiseHerrDame
1„Chá“Rechter Fuß leicht vorLinker Fuß leicht zurück
2„2“Linker Fuß vorRechter Fuß zurück
3„3“Rechter Fuß am PlatzLinker Fuß am Platz
4„Cha“Linker Fuß zurückRechter Fuß vor
und„Cha“Rechter Fuß schließt Linker Fuß schließt
5„Chá“Linker Fuß leicht zurückRechter Fuß leicht vor
6„2“Rechter Fuß zurückLinker Fuß vor
7„3“Linker Fuß am PlatzRechter Fuß am Platz
8„Cha“Rechter Fuß vor Linker Fuß zurück
und„Cha“Linker Fuß schließtRechter Fuß schließt

Die lockere Tanzhaltung ist flexibel, was den Abstand der Partner zueinander betrifft, ausladende Armbewegungen gibt es keine. Das Figurenrepertoire ist durch den Platzwechsel Cross Body Lead und einfache Drehungen geprägt und etwa dem Basisrepertoire der modernen Salsa im geradlinigen Stil vergleichbar.

Westliche Variante
Die westliche Variante ist durch die Technik der lateinamerikanischen Tänze geprägt. Ähnlichkeiten zur Rumba sind in Grundschritt und Basic-Figuren zu finden, die Hüftbewegung hat jedoch durch das höhere Tempo und den schnellen Wechselschritt einen anderen Charakter, rotierende Anteile treten zurück. Die Füße sind in den Check- und Lockstep Schritten wie in allen „echten“ lateinamerikanischen Tänzen (Salsa, Mambo, Rumba, eingeschränkt: Samba) leicht nach außen gedreht, die Schritte werden stets auf dem Fußballen angesetzt. Bei den langen Schritten auf die Taktschläge 1, 2 und 3 wird das Bein ganz durchgestreckt und die Ferse flach aufgesetzt. Um die Musik besser rhythmisch akzentuieren zu können, erfolgen die Schrittansätze immer am Ende des ihnen jeweils zustehenden Zeitintervalls, dann aber sehr schnell ausgeführt. Die Betonungen auf „1“ und noch stärker „3“ sind deutlich zu machen; am Ende des Seitwärts-Chasses rotiert das gestreckte Spielbein aus, und zwar reaktiv durch das Senken in die Hüfte.

Schlag ZählweiseHerrDame
1„Chá“Rechter Fuß seitlich nach rechtsLinker Fuß seitlich nach links
2„2“Linker Fuß vorRechter Fuß zurück
3„3“Rechter Fuß am PlatzLinker Fuß am Platz
4„Cha“Linker Fuß seitlich nach linksRechter Fuß seitlich nach rechts
und„Cha“Rechter Fuß schließt Linker Fuß schließt
5„Chá“Linker Fuß seitlich nach linksRechter Fuß seitlich nach rechts
6„2“Rechter Fuß zurückLinker Fuß vor
7„3“Linker Fuß am PlatzRechter Fuß am Platz
8„Cha“Rechter Fuß seitlich nach rechtsLinker Fuß seitlich nach links
und„Cha“Linker Fuß schließtRechter Fuß schließt

Cha-Cha-Cha-Folgen (oder Choreographien) zeigen häufig offene Figuren auf, d. h. die Partner tanzen ohne Berührung; ansonsten wird mehr in halboffener als in geschlossener Tanzhaltung getanzt. Da die Hüftbewegungen schnell sind, ist eine Kontrolle des Oberkörpers nötig, die nicht zu einer Versteifung führen darf. Die Arme unterstützen den Spannungsaufbau im Schultergürtel und dienen der Balance wie auch der optischen Vergrößerung der Figuren als Mittel der Präsentation.

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Rumba

Rumba ist ein erotischer Werbetanz aus Kuba afrokubanischer Herkunft. Sie ist ein offener Paartanz mit zum Teil komplizierten Tanzfiguren, welche mit den charakteristischen Hüft- und Beckenbewegungen auf afrikanische Traditionen zurückgehen.

Geschichte
Die Rumba entwickelte sich aus dem Fandango-Tanz, der aus Spanien nach Kuba kam. In rhythmischer Hinsicht liegt ihr die Clave-Figur zugrunde, die mit den afrikanischen Sklaven nach Kuba kam. Neben den in Kuba verbreiteten Rumbaformen Columbia und Yambú ist der städtische Guaguancó die heute beliebteste Form. Dieser Tanz ist durch erotische Bewegungen gekennzeichnet. Als Modetanz kam die Rumba erstmals 1914 in New York auf. Rhythmisch vereinfacht gelangte sie Anfang der 1930er Jahre auch nach Europa. Die Nationalsozialisten verboten die Rumba als entartete Kunst, aber auch in anderen Ländern ließ das Interesse nach.

Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde die Rumba wieder entdeckt, allerdings in zwei vollkommen unterschiedlichen Variationen. Zum einen die amerikanisch beeinflusste Square- oder Carrée-Rumba, zum anderen die vom in England lebenden Franzosen Pierre Lavelle propagierte Rumba im kubanischen Stil. Dies führte in den Jahren 1956 bis 1958 und 1961 bis 1963 zu heftigen Auseinandersetzungen zwischen England und Frankreich, den sogenannten „Rumbakriegen“, bei denen beide Schulen „ihre“ Rumba international etablieren wollten. Man einigte sich schließlich darauf, beide Varianten zuzulassen. So wurden die langsame Rumba unter dem Namen Square-Rumba in das Welttanzprogramm und die schwierigere Kubanische Rumba 1964 ins Turniertanz-Programm aufgenommen. Im internationalen Tanzsport hat sich mittlerweile der kubanische Stil durchgesetzt. Die Square-Rumba wird in Europa kaum noch unterrichtet - meist bei Tanzschulanfängern, in den USA ist sie jedoch noch weit verbreitet.

Charakteristik
Rumba wird heute zu langsamerer Musik (bis zu 30 bpm) getanzt als noch vor einigen Jahrzehnten. Dadurch wird eine weitere Betonung nicht nur der ganzen, sondern auch der halben Taktschläge notwendig. Gute Tänzer versuchen, ihre Bewegung sogar noch über den halben Takt hinaus zu verzögern, um dann auf dem verbleibenden Teiltakt eine desto schnellere Bewegung (hauptsächlich Drehungen) durchführen zu können. Dabei ist wesentlich, dass der Schritt des Rückwärtsgehenden dem des Vorwärtsgehenden etwas vorauseilt. Jedem Schritt muss darüber hinaus eine vorbereitende binnenkörperliche Bewegung "Settling" ein Absenken des Körpers in die Hüfte, vorausgehen, die ihrerseits auf den Voll-Takt erfolgt. Das Zusammenspiel zwischen dieser Vorbereitung und dem Schritt und zwischen Vorwärts- und Rückwärtstanzendem wird "Rhytm and Response" genannt.

Es gibt aber auch noch eine zweite Art Hüftbewegung, "rotation" die aus dem Gewichtstransfer herrührt. In der tiefen Hüftstellung bleiben die - belasteten - Beine gestreckt, um den Gewichtstransfer trotzdem ausführen zu können, ist eine achtförmige, rotierende Hüftbewegung von nöten. Das Spielbein soll ein deutlich gebeugtes Knie mit Zeigen des Fußballens zeigen. Dadurch unterstützt es die rotierende Hüftbewegung.

Bei der Rumba verschmilzt das Paar auf dem Parkett durch die Musik zu einer Einheit. Die Dame spielt den „arroganten“, dominanten Part, sie lässt den Herrn einmal in ihre Nähe und lässt ihn dann sofort wieder „abblitzen“. Der Herr holt die Dame mal an sich heran, als wolle er sie auf der Stelle verführen, stößt sie dann aber unter sichtbaren Schmerzen von sich. Die Vorstellung einer „getanzten Liebeserklärung“ verdeutlicht die unterdrückte Leidenschaft, die dieser Tanz ausstrahlen soll, wesentlich besser als die häufig genutzte Bezeichnung als „Liebestanz“. Die Betrachtung des ganzen umfasst natürlich nicht nur die Füße, auch Hand-/Armhaltung, Körpersprache und Mimik sind wichtig.

Dieser Tanz ist dem Cha Cha ähnlich, was den Grundschritt anbelangt, er hat jedoch keinen schnellen Schritt bei 4+1, sondern einen lang getanzten Schritt. Es ist der wohl leidenschaftlichste Tanz und auch der langsamste, der symbolisch darstellen soll, wie sehr die Dame mit Sehnsucht und Hingabe kämpft. Auch hier werden viele Hüften getanzt. Durch die langsame Musik kann der Tänzer seinen Körper „kneten“, wobei auch schnelle Aktionen zur Akzentuierung getanzt werden.

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Mambo

Der »Mambo/Salsa« unterscheidet sich in der Grundtechnik etwas von den etablierten Lateintänzen. Bevor ich auf den Tanz eingehe noch etwas zu den Begrifflichkeiten. In Tanzschulen ist immer von »Mambo/Salsa« (»Mambo-Salsa«) die Rede ... Was versteckt sich eigentlich hinter diesem Begriff?

Mit dieser Wortschöpfung trägt dem Umstand Rechnung, dass es sich bei dem gelehrten Stil um eine an europäische/nordamerikanische Gewohnheiten angepasste Technik handelt. Denn natürlich tanzt man in den Ursprungsländern den Salsa und auch den Mambo anders als hierzulande, nämlich total ungezwungen, spontan, nicht so kopflastig.

Der Ansatzpunkt für das Tanzen ist dort einfach ein anderer. Ausgangspunkt ist immer die Musik, der Rhythmus. Nach diesen bewegen sich die Cubaner/Südamerikaner einfach mit Gefühl, ohne zu sagen »Tanzen wir mal eine Tanz mit dem Namen Salsa«. Dieses Gefühl welches die Leute dort haben, kann man aber nicht lehren. Also musste man das ganze erst in eine Form bringen, die für die Masse der tanzinteressierten Europäer nachvollziehbar ist. Und das hat man dann unter dem Begriff »Mambo/Salsa« zusammengefasst.

Der »Mambo/Salsa« war lange Zeit nicht Bestandteil des offiziellen Tanzkursinhalt in vielen Tanzschulen. Die Leute wollten halt früher lieber Cha-Cha-Cha und Rumba beigebracht bekommen. So wurde dann lediglich der Grundschritt gelehrt, dies hat sich inzwischen geändert.

Damit hätte man sich dem Trend und der Nachfrage angepasst. Denn der Salsa hat den klassischen Lateintänzen außerhalb der Tanzschulen längst den Rang als beliebtester Tanz abgelaufen hat. Schon mal von einer Cha-Cha-Cha-Session oder einer Rumba-Nacht gehört? Salsa-Partys steigen aber am laufenden Band und die Salsa-Clubs sprießen.

Der Mambo/Salsa ähnelt in seinen Schritten der (kubanischen) Rumba und er wird extrem schnell getanzt. Es gibt verschiedene Stile, am weitesten verbreitet ist hierzulande der »New York Style«. Das ist eine Variante, die den nativen Stil mit Figuren und Verhaltensweisen der klassischen Lateintänze in Einklang zu bringen versucht. Die Tanzschulen orientieren sich relativ stark an der klassischen Lateintechnik. Demzufolge wird viel mit der Hüfte gearbeitet. Diese kommt nie zum Stillstand und rollt unentwegt (Contract - Release).

»Dirty Dancing« ist jedem ein Begriff und auch wenn Salsa-Liebhaber wahrscheinlich wenig übrig haben für die dort sehr amerikanisierte Tanzweise (mit vielen Show-Hebungen und Theatralik), so kann man doch sagen, das dieser Tanz seine große Popularität vor allem diesem Film zu verdanken hat.

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Walzer

Der (Wiener) Walzer ist ein Gesellschafts- und Turniertanz, der paarweise getanzt wird und zu den Standardtänzen des Welttanzprogramms gehört. Mit über 60 Takten pro Minute ist er nach Takten, wenn auch nicht nach Taktschlägen, der schnellste Tanz des Welttanzprogramms.

Geschichte
Der Walzer, zur Unterscheidung vom Langsamen Walzer (English Waltz) und dem Französischen Walzer meist Wiener Walzer genannt, ist der älteste der modernen bürgerlichen Gesellschaftstänze. Er wird in den 1770er Jahren erstmals in einer Komödie des Bernardon-Darstellers Felix von Kurtz erwähnt und wurde vor der Französischen Revolution berühmt, weil er das aristokratische Menuett als maßgebenden Gesellschaftstanz verdrängte.

Der Walzer entstand aus dem „Deutschen Tanz“. Ob der Ländler ein Vorläufer des Walzers war oder sich parallel entwickelte, ist umstritten.

Der Walzer war zunächst wegen Unzüchtigkeit, z.B. weil die Fußknöchel der Damen sichtbar waren, aber vor allem wegen der ständigen Berührung der Paare, verpönt. Er wurde zunächst sehr schnell getanzt und bekam erst im Lauf des 19. Jahrhunderts die heutige „schwebende“ Form. Offizielle Akzeptanz und sogar Beliebtheit gewann er durch den Wiener Kongress 1814/15. Die berühmten Musikstücke von Josef Lanner, Johann Strauß, dessen Sohn Johann Strauß und später Pjotr Iljitsch Tschaikowski machten ihn zu einer respektierten musikalischen Gattung (siehe Walzer (Musik)). In der Wiener Operette gegen Ende des Jahrhunderts stand der Walzer stets im Zentrum.

In den 1920er-Jahren begann in Deutschland aufgrund gesellschaftlicher Veränderungen und internationaler Einflüsse das Walzersterben. Modernere, dynamischere Tanzformen aus Übersee setzten sich durch. In England war der Wiener Walzer nie heimisch geworden, dort tanzte man Boston Waltz oder später den Langsamen Walzer.

Als Volkstanz wurde der Walzer zu Beginn der dreißiger Jahre vor allem in Deutschland und Österreich zunächst im Zuge einer volkstümlichen Mode und später als Bestandteil eines politischen Programms zur Ausgrenzung des „Undeutschen“ gefördert. Der ehemalige k.u.k.-Offizier Karl von Mirkowitsch machte den Wiener Walzer wieder gesellschafts- und turnierfähig, seit 1932 tanzt man den Wiener Walzer auf Turnieren. Der Nürnberger Tanzlehrer Paul Krebs verband 1951 die altösterreichische Walzertradition mit dem englischen Stil. Bei dem Tanzfestival in Blackpool im gleichen Jahr feierte er große Erfolge. Seitdem ist der Wiener Walzer als gleichberechtigter Standardtanz anerkannt, in das Welttanzprogramm wurde er 1963 aufgenommen.

Der Wiener Walzer war stets Symbol gehemmter politischer Umbruchsstimmungen und wurde z. B. als „Marseillaise des Herzens“ (Eduard Hanslick) bezeichnet, soll „Wien die Revolution erspart [haben]“, während Johann Strauß selbst „Napoléon Autrichien“ (Heinrich Laube) genannt wurde. Johann Strauß, Sohn gehörte in der Märzrevolution 1848 zu den Revolutionären, was ihm Kaiser Franz Joseph I. nie verzieh. Durch seinen kommerziellen Erfolg wurde der einstige Revolutionär allerdings harmlos. Im Walzer werden aggressive Energien durch beständiges Drehen eingebunden und abgeschliffen.

Technik und Stile
Es gibt weltweit zwei verschiedene Arten des Wiener Walzers, namentlich den Internationalen und den Amerikanischen Stil, der hauptsächlich in den USA verbreitet ist. Während im modernen Turniergeschehen weltweit der Internationale Wiener Walzer ausschlaggebend ist, wird z. B. bei Formations- und Schaudarbietungen auch in Deutschland gerne auf das breitere Figurenspektrum des Amerikanischen Wiener Walzers zurückgegriffen.

Die Technik des Wiener Walzer entsprang zunächst der Ballett-Technik, hat sich aber im Laufe der Zeit stark verändert und ist heute - wie bei allen Standardtänzen - sehr anspruchsvoll. Die hohe Geschwindigkeit und die ständige Drehbewegung machen den Walzer zu einem sehr anstrengenden Tanz. Wie für nichtstationäre Tänze des Welttanzprogramms üblich, bewegt sich das Tanzpaar beim Wiener Walzer entgegen dem Uhrzeigersinn um die Tanzfläche herum.

Als offiziell zugelassene Turnierfiguren des Internationalen Stils gelten lediglich die Rechtsdrehung (Natural Turn), die Linksdrehung und (Reverse Turn) und geschlossene Wechsel (Closed Change). Das Rechts- und das Linksfleckerl sowie Contra Check, Linker Wischer (Left Whisk) und Pivot Turns sind zwar verbreitete Variationen, aber nur erlaubt, wenn keine Figurenbeschränkung gilt. Der Amerikanische Stil beinhaltet darüber hinaus z.B. auch offene Figuren außerhalb der gewöhnlichen Tanzhaltung.

Rhythmus und Musik
Der Wiener Walzer basiert auf dem 3/4-Takt, wobei ein Grundschritt aus sechs Schritten besteht und somit zwei volle Takte umfasst. Alternativ kann der Wiener Walzer auch auf einen 6/8-Takt getanzt werden, dann umfasst der Grundschritt genau einen Takt. Auf Bällen und Turnieren wird traditionell auf klassische Musik getanzt, es gibt allerdings auch modernere Stücke der Rock- und Popmusik, die einen geeigneten Rhythmus bieten. Der Wiener Walzer ist mit ungefähr 60 Takten pro Minute (entspricht 180 bpm) doppelt so schnell wie der Langsame Walzer.


Der Langsame Walzer ist ein Gesellschafts- und Turniertanz im 3/4-Takt. Der langsame Walzer ist einer der klassischen Standardtänze und wird normalerweise bei etwa 30 Takten pro
Minute getanzt.

Um 1870 entwickelte sich in den USA eine sanftere Form des Wiener Walzers, der unter dem Namen Boston bekannt wurde. Diese Version behielt die für den Wiener Walzer charakteristischen drehenden Figuren bei, wurde aber zu einem langsameren Tempo getanzt. Um 1920 entwickelte sich daraus in England der Langsame Walzer, der wegen seiner Herkunft auch „English Waltz“ genannt wird. Andere Quellen geben allerdings auch den österreichischen Ländler als „Urvater“ des Langsamen Walzers an. Wie auch immer, die Tänzer nutzen das langsamere Tempo, um den Walzer um weitere Figuren zu bereichern, die damit das Tanzen interessanter machen.

Der Langsame Walzer ist seit 1963 Bestandteil des Welttanzprogramms. Er gilt als der harmonischste Standardtanz und wird häufig zur Eröffnung einer Tanzveranstaltung getanzt.

Wichtig beim Langsamen Walzer ist der Schwung. Er wird auf dem zweiten Teil des ersten Taktschlags aufgebaut und dann auf „zwei, drei“ sanft abgebremst. Weiterhin gibt es das sogenannte „Heben und Senken“ oder auch „Rise and Fall“, das Absenken des Körpers durch Beugen der Knie vor dem ersten Schlag (Senken) und dem Strecken der Knie und dem Stehen auf dem Fußballen zum zweiten und dritten Schlag (Heben). Es gibt auch den sogenannten „Sway“, der die Neigung des gesamten Körpers relativ zum Parkett angibt, wobei die Bewegung vom Becken ausgehend, vergleichbar mit einem festen Block, gesteuert wird. Es wird in differenzierten Drehabschnitten getanzt, um den Schritt interessanter zu gestalten.

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Orientalischer Bauchtanz

Orientalischer Tanz, im Volksmund auch bekannt als Bauchtanz, ist ein meist von Frauen in speziellen Kostümen zu orientalischer Musik ausgeführter Tanz.

In der arabischen Welt wird der Tanz Raqs Scharqi / ‏رقص شرقي‎ / raqṣ šarqī genannt. Aufgrund der wörtlichen Übersetzung „Tanz des Ostens“, ist die deutsche Bezeichnung „Orientalischer Tanz“ korrekt, bezieht sich jedoch nicht auf die Gesamtheit aller orientalischen Folkloretänze des Nahen bis Fernen Ostens, sondern nur auf den ägyptischen Solotanz.

Die typischen Bewegungen, das Kostüm und die Tatsache, dass manche Tänzerinnen den Orientalischen Tanz mit dem Ziel sexueller Animation vorführen, tragen dazu bei, dass er häufig als eine dem Striptease verwandte Form des erotischen Tanzes wahrgenommen wird.

Der Orientalische Tanz bezieht sich auf eine Tanzform, die ihren Ursprung in Ägypten hat, und bezeichnet den dortigen Solotanz der Frauen. Dem wird allerdings von Anthony Shay heftig widersprochen; auf Grund einer Fülle von Literaturhinweisen kommt er zu dem Schluss, dass der Orientalische Tanz "von jedermann,in verschiedensten Aufführungen, getanzt wird: von Amateuren und Berufstänzern, von Jungen und Mädchen, von Frauen und Männern". [1] Allerdings sei diese Tradition in großen Städten wie Kairo und Bukhara nach dem Ersten Weltkrieg erloschen. In Ägypten hatte der Tanz von jeher einen hohen Stellenwert bei allen festlichen Gelegenheiten. Fremde und Reisende waren seit Jahrhunderten von diesem Tanz fasziniert und berichteten in ihren Briefen, Reisebeschreibungen und Büchern darüber. Seit der Kolonisation Ägyptens und mit zunehmendem technischen Fortschritt und kulturellem Austausch verbreitete sich der Tanz auch im Ausland. Heute ist er in Europa, Australien, Skandinavien, Japan und den USA ebenso zu finden wie in Ägypten. Manche Vertreterinnen halten sich eng an die ägyptische Tradition, andere haben Einflüsse aus anderen Tanzstilen und Musikrichtungen mit verarbeitet. Es gibt inzwischen eine kontroverse Auseinandersetzung darüber, was der „echte“ ägyptische Tanz sei; verschiedene Schulen und Stile bildeten sich heraus.

Zur Zeit der Weltausstellung in Chicago (USA) um 1893 zeigte die relativ unbekannte Tänzerin Little Egypt zum ersten Mal orientalische Tänze vor internationalem Publikum. In dieser Zeit des ausgehenden 19. Jahrhunderts war das Zeigen eines entblößten Bauches, ebenso wie das Zeigen eines Fußes oder unbedeckter Hände und Arme, gesellschaftlich sanktioniert. Die Tänze von Little Egypt, die in den USA später in Burlesque-Aufführungen auftrat, waren trotz oder gerade wegen der Zurschaustellung normalerweise bedeckter Körperteile eine Sensation. Offiziell wurde dem Tanz und der Tänzerin nur entrüstete Aufmerksamkeit gezollt, trotzdem ist ihr Name, ebenso einige Fotoaufnahmen verschiedener Tänzerinnen, die sich ebenfalls Little Egypt nannten, bis heute bekannt.

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Hochzeitskurs

Die Hochzeitskurse werden individuell besprochen und ausgeführt.

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